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Produktedetails
Art.Nr: 59393
Autor: / Künstler:Bening, Simon
Titel:

Flämischer Kalender. Clm. 23638 Bayerische Staatsbibliothek München. Faksimile & Kommentarband. 2 Bde.

Untertitel / Graf. Technik:

Clm. 23638 Bayerische Staatsbibliothek München. Faksimile & Kommentarband. (2 Bde.)

Schlagwort:Alte Drucke - Faksimile / Geschichte - Mittelalter / Kalender / Handschriften - Faksimile / /
Bindung / Bildgrösse:Faks: Violetter Samt m. zwölf Rosetten, Ecken und Schließen aus echtem, massivem Sterling-Silber; Kommetarbd. Samt m Rückenschild.
Verlag: Faksimile
Ort: Luzern
Erscheinungsjahr: 1987, 88
Buchdaten / Blattgrösse: Kl.8° (14,0 x 10,4 cm). Faks.: 30 Bl., zahlreiche Miniaturen. Kommentarbd.: 482 S., 46 Taf.
Zustand: Tadell.
Bemerkung: Nr. 244 von 950 Exemplaren. Das Fragment eines Stundenbuches aus dem 16. Jahrhundert ist einer der schönsten Landschaftszyklen und ein Meilenstein flämischer Buchmalerei. Simon Bening revolutionierte in diesem Werk die Kalenderminiaturen, indem er ihnen je zwei Seiten einräumte und sie als eigenständige Szenen behandelte. Simon Benings Flämischer Kalender, der aus dem Kalenderteil eines Stundenbuches besteht und somit ein Fragment ist, stellt einen der schönsten Landschaftszyklen innerhalb eines Kalenders überhaupt dar. Er ist nicht nur ein Meilenstein flämischer Buchmalerei des 16. Jahrhunderts, sondern auch ein Höhepunkt in Benings künstlerischer Entwicklung als Landschaftsilluminator. Kalendarien sind Abschnitte am Beginn eines Andachtsbuchs, in denen die Feste des Kirchenjahres aufgeführt werden. Vielerlei Tätigkeiten sowie Tierkreiszeichen, die mit dem jeweiligen Monat in Verbindung stehen, charakterisieren traditionsgemäß die einzelnen Monate. Da die Monatsarbeiten meist landwirtschaftliche Tätigkeiten wie die Bestellung von Acker und Feld in freier Natur stattfinden, spielten Landschaften und Ausschnitte davon eine besondere Rolle in der Kalenderdekoration während des gesamten Mittelalters. Im Spätmittelalter erleichterte zudem eine neue Auffassung von der Natur die Entwicklung der Landschaftsdarstellung in illuminierten Kalendern. Ein Kalender enthielt im allgemeinen elf Landschaftsminiaturen. Eine oder auch zwei waren zumeist der Darstellung eines Innenraumes vorbehalten. Bening revolutionierte die bildliche Darstellungsweise in Kalenderminiaturen. Er stellte die Kalenderdekoration auf die gleiche Stufe wie die detaillierten Programme der Andachtsbilder, die im Buch auf sie folgen. In illuminierten Stunden- und Gebetbüchern war oft ein kleiner Streifen unterhalb des Textes für Illustrationen benutzt worden. Bening dagegen war seit einem Jahrhundert der erste Künstler, der ganzseitige Kalenderminiaturen malte, und er war der erste, der sie als eigenständige Szenen behandelte, die ein möglichst genaues Abbild der Umwelt ergeben sollten. Kein anderer Künstler vor Pieter Breugel d.Ä. erkundete die Landschaft so systematisch wie Bening. Er malte verschiedene Landschaftstypen mit einer erstaunlichen topographischen Vielfalt; ebenso schilderte er die unterschiedlichsten Wetterlagen. Seine Landschaften sind poetisch: mit Empfindsamkeit beobachtet, präzis komponiert und voller Atmosphäre. Damit hat er einen wichtigen Beitrag zum erhöhten Ansehen der Landschaft in der flämischen Kunst geleistet. Diese poetische Kalenderfolge Benings offenbart Bild für Bild eine geschäftige und harmonisch geschlossene Gesellschaft. Einige Miniaturen zeigen die Tätigkeit oder die Vergnügungen des Monats neben gesellschaftlichen Ereignissen. In unserem Kalenderzyklus ist im Vergleich zu anderen Handschriften die Bedeutung der traditionellen Monatsarbeiten allerdings zurückgenommen. Nun wird den Vergnügungen der Oberschicht mehr Raum zugestanden. Diese Miniaturen weisen eine strukturelle Geschlossenheit, eine Subtilität der Farben und atmosphärischen Effekte auf, die in der flämischen Kunst jener Zeit selten waren. Auf dem Januar-Bild etwa werden ein Holzhacker in der freien Natur sowie Personen gezeigt, die sich in einem nahe gelegenen Innenraum an einem Feuer wärmen; beides Tätigkeiten, die den Winter symbolisieren. Im rückwärtigen Teil des Hauses und hinter dem Haus gehen andere Bauern ihrer Arbeit in dem verschneiten Dorf nach. Den Bildern der flämischen Landschaft werden auch andere Motive an die Seite gestellt, so etwa die Liebeswerbung. Solche »romantischen« Motive waren immer schon Bestandteil der flämischen Kalenderikonographie. Die älteren Kalender integrierten meistens eine oder zwei solcher Szenen in die Serie. Hier sind es sogar drei; gezeigt werden Liebespaare in einem Garten, ein Paar bei einer Bootsfahrt oder ein Ball in einem eleganten flämischen Haus. Für die Kalenderbilder insgesamt fand Simon Bening in Gestalt der zweiseitigen Miniaturen eine neue Form, um vor allem den Mittel- und Hintergrund zu erweitern. Es ist eine Entwicklung, die in letzter Konsequenz zu den Landschaften eines Pieter Breugel führen sollte. Die Faksimile-Edition Alle 60 Seiten des Flämischen Kalenders im Format von 14,0 x 10,4 cm wurden getreu dem Original faksimiliert. Die Faksimile-Edition erschien in einer weltweit einmaligen, streng auf 980 Exemplare limitierten Auflage. Der Kommentarband (deutsch/englisch/französisch) erklärt wissenschaftlich die Handschrift und ihr künstlerisches Umfeld. Thomas Kren, Curator of Manuscripts am J. Paul Getty Museum in Malibu bespricht die Entwicklung der Landschaft in der flämischen Buchmalerei und analysiert die Miniaturen der Handschrift, und Prof. Dr. Johannes Rathofer, Universität Köln, erläutert die Texte der Handschrift. Ursprünglicher Preis: CHF 5980.? Restlos vergriffen!
 

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